Saludos Muchachos auf den Satire Seiten von Kaladu

Die Artikel auf dieser Seite möchten nicht unbedingt bierernst geommen werden, aber würden sich freuen, wenn sie den einen oder anderen zum Nachdenken animieren könnten. Denn man bedenke, die Wahrheit ist am Ende nur eine von vielen Gedankenwelten in uns selber.

Gigantische AB-Maßnahme enttarnt 

Berlin. Irgendwie hat es wahrscheinlich jeder eingefleischte Steuerzahler bereits geahnt. Doch jetzt belegen neue Funde in geheimen Staatsarchiven: Das deutsche Steuersystem ist als gigantische Arbeitsbeschaffungsmaßnahme systematisch geplant und mit deutscher Gründlichkeit akribisch umgesetzt worden.

Schon zu Bismarcks Zeiten quälten sich mäßig ausgelastete Staatsdiener mit der Frage, wie man dem Heer an Arbeitslosen auf Dauer Herr werden könnte. Wichtig war den Verantwortlichen eine Lösung zu finden, die nicht nur kurzfristige Effekte erzielte, so wie es heutzutage häufig vorkommt, sondern eine nachhaltige Werktätigkeit vieler auf lange Sicht sicher zu stellen. Finde Beamte ersonnen daraufhin einen Plan, den ihnen wohl kaum jemand zugetraut hätte. Die letzten Gehirnzellen, die den Dienst noch nicht auf Grund von Unterforderung quittiert hatten, leisteten ganze Arbeit. Heraus kam dabei ein Machwerk, so verschlagen, dass ihm selbst der Kapitalist seinen Respekt zollen musste.

Doch was ersonnen die Vorfahren der wackeren Staatsdiener von heute damals? Was plagt uns alle jedes Jahr aufs Neue und mutiert weiterhin von Jahr zu Jahr, so wie es die Vorväter bereits geplant hatten? Es ist nicht das Steuersystem an sich. Denn ohne eine solche Einrichtung würde kein normaler Staat existieren können. Nein, es ist die durch und durch diabolische Idee, dieses Steuersystem so kompliziert zu gestalten, dass kein vernunftbegabter Mensch es wirklich verstehen kann. Die Gefahr, dass ein intelligenter Mensch nach vielen Jahren des Steuerzahlertums doch eine gewisse Logik in dem System aufspüren könnte, wird durch stetige Umstellungen und Erweiterungen gebannt.

Das geniale an der Einführung des eigentlich unnötigen Komplexitätsgrades ist ein bilateraler Effekt. Zum einen benötigt man einen speziell ausgebildeten Berater, will man nicht aus Unwissenheit viel Geld verschenken. Auf der anderen Seite braucht es eine ausreichend große Herde an Fachpersonal in den Finanzämtern, die bis zu einem gewissen Grad die Kniffe der Gegenpartei durchschauen können.

Das System funktioniert heute besser denn je. Die Nachfahren der Allerersten leisten ganze Arbeit und misten systematisch einfache Regeln des Steuersystems aus, um sie durch undurchsichtige Bestimmungen, gespickt mit Ausnahmen und Einschränkungen, zu ersetzen.

Den Sachverhalt soll zum Abschluss ein kleines Beispiel belegen: Es geht um die Sanierung eines Hauses, das als Baudenkmal eingestuft ist und anschließende Vermietung einer Wohnung darin. Was wäre logisch? Man nimmt die gesamten Kosten aus Sanierung, Altbausubstanz, Bodenanteil und Notar, Grundeintrag etc. und kann alles mit einem gewissen Prozentsatz abschreiben. Pah, dachten sich die Beamten und ersonnen als erstes, den Grund und Boden gar nicht abschreiben zu lassen, da der seinen Wert ja nicht verliert. Die Altbausubstanz war ja schon da, also darf man die nicht so hoch abschreiben. Für den Sanierungsanteil wiederum gönnten sie dem tapferen Steuerzahler einen höheren Abschreibungsanteil. Der war bisher 10% auf 10 Jahre. Pah, dachten sich die Nachfahren im Finanzministerium, das ist doch wohl zu einfach. Wir machen jetzt daraus für 8 Jahre 9% und für die letzten 4 Jahre 7%. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren kreativen Ideen der zuständigen Behörde dazu noch einfallen. Es bleibt anzumerken, dass dieses nur ein kleines Beispiel ist. Selbst ein detaillierteres Aufschlüsseln der steuerlichen Situation einer Altbausanierung würde den Rahmen dieses Textes sprengen.

Als Schlussbemerkung bleibt nur zu sagen, von einem einfachen Steuersystem sind wir weiter entfernt denn je. Aber wir wissen jetzt wenigstens, warum das so ist!   

 

Erlangen unter Wasser - Rektor kauft von Studiengebühren Yacht

Erlangen. Das beschauliche Städtchen Erlangen wurde von einer Tragödie heimgesucht, wie man sie ansonsten nur aus Flussanreinerweilern wie Passau oder Regensburg kennt. Bisher blieb Erlangen von Katastrophen jeder Art weitgehend verschont. Sogar der Siemens Schmiergeldskandal spielte sich weitgehend an anderen Orten ab. Doch mit dieser Ruhe ist es nun endgültig vorbei. Nichts ist mehr, wie es einmal war. Und so schnell wird sich an dieser Tatsache auch nichts ändern.

Schuld ist die bisher als friedlich und ungefährlich eingestufte Schwabach. Ein kleines Flüsschen oder mittelgroßer Bach, der Erlangen im Norden durchfließt. Den meisten Bürgern war das Wässerchen bisher nur durch die Brücke bekannt, die es zu überqueren gilt, will man die feucht fröhliche Bergkirchweih im Frühjahr besuchen. Zu späterer Stunde wird sie dann auch gerne von angeheiterten Bierliebhabern mit einer übergrößen Latrine mit Wasserspülung verwechselt. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die Schwabach hat ihren Lauf in Richtung Innenstadt ausgedehnt und eine Fläche unbekannter Dimension überflutet. Unsere Aufnahme zeigt eine Ansicht des Erlangener Schlosses, in dem die Universitätsverwaltung residiert und dessen Vorplatz ein beliebter Treffpunkt kunterbunter Marktleute aus der Region ist. Doch damit ist jetzt erst einmal Schluss. Verlegt man die Marktbuden nicht auf kleine Kähne, wie vielleicht in Venedig üblich, werden die fleißigen Händler wohl auf ihrem Gemüse sitzen bleiben.

Die Erlangener Bürger zeigen sich fassungslos. Ein  Zeitzeuge: "Ich wohne jetzt seit fast einem Jahr in Erlangen, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt!" Schnell gehandelt hat der Rektor der Friedrich-Alexander Universität zu Erlangen. Dank voller Kassen durch sprudelnde Einnahmen in Folge der Studiengebühren, konnte sich umgehend auf die neue Situation eingestellt werden, in dem ein Teil der Gelder zur Anschaffung einer Yacht (s. Bild) verwendet wurde. Dank der serienmäßigen Ausstattung der Yacht mit einem Hubschrauber, kann der Rektor auch weiterhin Termine außerhalb der neuen Wasserstraßen wahrnehmen.

Kaum retten vor neuen Mitgliedern kann sich in diesen Tagen der Kanuclub Erlangen. Es hat den Anschein, als würde jeder, der nicht noch ein schwimmfähiges Stück Brett im Keller ertaucht hat, einen Mitgliedsantrag ausfüllen. Der Präsident des Clubs: "Sollte der Zustrom neuer Mitglieder derart weitergehen, werden wir über kurz oder lang ein zweites Kanu anschaffen müssen".

Ein im Ort dominant vertretener Konzern sieht in den neuen Wasserstraßen eine große Chance. Ein Konzernsprecher: "Unsere Spezialisten prüfen bereits, welche Kostensenkungspotentiale der Einsatz großer Binnenschiffe eröffnen würde." Mit Personaleinsparungsmaßnahmen sei auf unserer Seite nicht zu rechnen, da die in dem Fall betroffenen Fuhrunternehmen alles externe Dienstleister seien. Zu möglichen Personalmaßnahmen auf deren Seite wollte man keinen Kommentar abgeben.

Auf die neue Situation haben spontan die ortsansässigen Hotels mit deutlichen Preiserhöhungen reagiert. War man bisher auf Geschäftskunden spezialisiert, peilt man jetzt verstärkt Touristen an. Mit Badelandschaften direkt vor der Tür und einem Flair wie in Venedig, versprechen sich Hoteliers neue Einnahmefelder.

Wie lange die Situation noch so bleiben wird, vermag zur Stunde niemand vorherzusagen. Auch zu den Gründen herrscht noch große Ratlosigkeit. Ein terroristischer Anschlag gilt als unwahrscheinlich, aber, so ein Polizeisprecher, "wir ermitteln in alle Richtungen".

Vatikan mit sensationeller Erkenntnis

Vatikanstaat. Wer kennt es nicht, das jährliche Zeremoniell, wenn der Papst zu Ostern seine Glückwünsche in vielerlei Sprachen unter das Volk bringt und ihn die Massen jedes Jahr aufs neue dazu bejubeln. Doch wen sehen wir da? Einen Menschen, der in ähnlicher Form vor 2000 Jahren vielleicht die Bergpredikt gehalten hat? In Gewändern, von deren materiellen Wert wahrscheinlich eine Großfamilie ein paar Jahre gut Leben könnte? Oder denken wir vielmehr an jemanden, der in einfaches Leinentuch gekleidet allein durch die Kraft seiner Worte die Menschen in seinen Bann ziehen konnte?

Diese oder andere Fragen müssen den Vatikan jüngst bewegt haben, denn man will den immer weiter ausufernden Prunk der Kirche ablegen und sich auf die wahren Inhalte des Christentums besinnen. Weniger Show und mehr Inhalt, könnte die neue Richtung beschrieben werden. Der Vatikan plant in diesem Zusammenhang weit reichende Reformen. "Man will sich", so ein Vatikansprecher, "wieder auf den Geist Jesu besinnen." Diese neue Richtung steht in starkem Gegensatz zu den Anbiederungen der Vergangenheit. Zuletzt machte die katholische Kirche von sich Schlagzeilen, als sie mit verschiedenen Fernsehanstalten verhandelte, um ein Format, ähnlich wie Deutschland sucht den Superstar, unter dem Titel Deutschland sucht den Superministranten, zu platzieren. Wie aus vatikannahmen Kreisen berichtet wird, standen die Verträge bereits kurz vor der Unterzeichnung. Beim Vatikan sollen in diesem Zusammenhang bereits mehrere Tausend Bewerbungen eingegangen sein. Mit dem Einschlagen der neuen Linie dürften diese Pläne jetzt in der Schublade landen.

Wie genau die neue katholische Kirche aussehen soll, darüber herrscht noch Uneinigkeit. Steht für die einen eine radikale Abkehr von jeglichem Prunk und eine Rückbesinnung auf die arme Kirche im Vordergrund, wollen andere, unter dem Argument man könne als arme Kirche nicht weiter die notwendige Missionsarbeit leisten, an den alten Werten möglichst festhalten.

Wie der kircheninterne Diskurs am Ende ausgehen wird, bleibt also weiter spannend. Es macht aber immerhin Hoffnung, dass es Kräfte zu geben scheint, die bereit sind, sich mit dem wahren Kern des Glaubens auseinander zu setzten.

 

 

 

 

Dr.-Ing. Michael Kahlert 2007